Zehn Minuten lang spielte
die LOK kaum wahrnehmbare Fragmente ihres Potentials aus, zumindest
bis in die gegnerische Hälte. Danach spielte die LOK das Spiel, das
leider immer wieder zu sehen ist. Kurz gesagt: Es war vor den Augen
der WFV-Spieler Macherndl, Eder und Lang einfach nur zum Genieren.
Der vom Hinspiel bekannt
dynamische FC Blues (Buxis verbale Zweikämpfe waren beim Hinspiel
das Unterhaltsamste) empfing am Samstag Abend die Hörndlwalder LOK
in Leopoldau. Unter der Leitung von Co-Trainer Ambrosi und Kapitän
Brabetz spielte Past als Libero mit einer z.T. neuen Verteidigung:
Kühberger als linker Deckel und Schülli wieder mal als zweiter
Sechser. Und Zellmann kam im zentralen Mittelfeld zum Einsatz.
Anfangs tat dies dem
Spiel gut: Ball- sprich Pass-sicher war man bemüht das Spiel hinten
mal zu stabilisieren. Die Blues waren sich da auch nicht ganz sicher,
was sie erwartet, und so liesen Past, Kühberger, Zellmann, Schülli
und Korinek mit Brabetz den Ball schnell und zügig laufen. Doch nach
10 Minuten war es vorbei. Unser Center Stacke und Stoß-Stürmer
Kinsky waren vorne allein auf weiter Flur. Denn im Mittelfeld lösten
sich plötzlich die Formationen auf. Der junge Kühberger hatte es
als Verteidiger links hinten nicht leicht, Zellmann vergrößerte
seinen Aktionsradius von Bludenz bis nach Neusiedl (also von der
eigenen Cornerfahne zur diagonal gegenüber stehenden) und lief sich
so einen Wolf bzw. stand sich selbst als Anspielstation im Mittefeld
nicht mehr zur Verfügung, und Moza war als rechter Flügel nach
seiner Verletzung etwas zu früh im Einsatz. So näherte sich der FC
Blues Spielzug für Spielzug dem LOK-Tor. Die Sechser und die
Außenpracker der LOK waren - einmal mehr - überlastet.
Es folgten 8 Bummerl -
resultierend aus einer Vielzahl an Fehlern und vor allem aufgrund
eines Zweikampfverhaltens wie beim Synchronschwimmen. Die LOK spielte
sich in einen Strudel bestehend aus Verzweiflung und Resignation, der
zur Pause in lautstarke Auseinandersetzungen mündete. Ambrosi
kriegte das wieder in den Griff, aber die Stimmung war am Tiefpunkt.
Nach der Halbzeit stellte
man sich dem FC Blues erneut - diese Mal mit Chopsi im defensiven
Mittelfeld und Schülli statt Moza rechts außen. Als wenig später
Pötschi Kinsky ersetzte, verletzte sich Chopsi in einem Drei-Kampf
schwer (Verdacht auf Kreuzbandriss), und die LOK musste mit 10 Mann
weiterspielen.
Eines sei dazu schon zu
sagen: Ehre den Bemühungen wenigstens ein einziges Mal einen Pass
nach vorne anzubringen, was an dem Abend so gut wie nie gelang. In
Ansätzen war auch Laufbereitschaft vorhanden; doch, doch, durchaus!
Doch wohin, meine Herren, wohin?
Also, wer es in einem
Meisterschaftsspiel nicht zuwege bringt ordentlichen Zug auf das
gegnerische Tor zu bringen - kann passieren (die Freundin hat die
Regel, Kate heiratet William - es gibt viele Gründe) - aber dann
sollte man wenigstes mit einem adäquaten Zweikampfverhalten
verhindern, das der Gegner zweistellig gewinnt. Doch zu sehen war
davon nur bei max. 2-3 Spielern an diesem Abend (u.a. beim jungen
Kühberger). Mindt. doppelt so viele Herren hatten jedoch an ihren
Mitspielern etwas auszusetzen statt ruhig und konstruktiv auf den
Mitspieler einzuwirken. Eine interessante Verteilung von mentaler
Energie.
Alles in allem war also
auch die zweite Hälfte nicht viel besser als die erste, obwohl die
Heimmannschaft zurückschraubte und scheinbar den an diesem Abend
durchaus möglichen Rekord-Score von 20:0 nicht anstrebte (wär drin
gewesen). Zugegeben, der FC Blues spielte an diesem Abend auf hohem
Niveau - aber die LOK hat sich 80 Minuten lang nicht gewehrt.
Fehlpässe kommen vor, manchmal sogar in einem unzumutbaren Ausmass.
Dass Spieler lieber mit dem Mitspieler hadern (statt ihre Positionen
zu halten), auch das muss man scheinbar zur Kenntnis nehmen (Warum
eigentlich?). Aber sich so dermassen abschlachten zu lassen, das war
und ist unwürdig.
Fazit:
Der Autor dieser Zeilen
empfiehlt den DSG-Spielern sich mal ein Meisterschaftsspiel der
WFV-Mannschaft anzusehen. Die gewinnen ihre Spiele (bis auf letztes
Wochenende) nicht nur, weil sie so gute Kicker sind: Dort gehen
LOK-Spieler, anders als im gemeinsamen Training, ordentlich in die
Zweikämpfe - hart, manchmal auch unfair, konsequent - und immer ohne
den Gegnerspieler dabei umzubringen. Zum Beispiel ein Macherndl, ein
Roth, ein Jakob Lang, der Littmann und alle anderen im WFV. Das,
werte Herrn in der DSG, ist würdig und recht!
Noch ein Hinweis:
Unmittelbar zuvor spielten aus der 2. Klasse Benkobande vs. Ober St.
Veit auf dem Platz. Die waren beide um 5 Klassen schlechter als der
FC Blues. Es besteht also Hoffnung auf die Punkteprämie (eine
Flasche Wodka von Herrn Brabetz ;) - vorausgesetzt das DSG-Team der
LOK spielt nie wieder so wie an diesem verdammten 30.4.2011.